Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Das Räuchermännchen wird im Erzgebirge „Rachermann“ genannt und gehört zu den bekanntesten Weihnachtsfiguren des Erzgebirges.


Seit ungefähr 160 Jahren wird dieser kleine „rauchende Geselle“ im Erzgebirge hergestellt und besteht nach wie vor aus zwei Teilen. Dem Sockel und dem Körper, wobei sich am Körper und am Mund ein Loch befindet, was das typische „Rauchen“ eines Räuchermännchens ermöglicht. Während in der erzgebirgischen Volkskunst die kleinen Gesellen von Hand aus Lindenholz, Erle, Fichte, Buche oder Birke gedrechselt wurden, erfolgt heutzutage die Herstellung sehr oft schon maschinell.

Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Räuchermännchen aus dem Erzgebirge

Dennoch haben diese kleinen „rauchenden Gesellen“ nichts von ihrer Originalität eingebüßt. Während im 18. Jahrhundert hauptsächlich Räuchermännchen hergestellt wurden, die Figuren aus dem Leben der „Erzgebirgler“ (Bergleute, Holzfäller, Jäger etc.) darstellten, können heute auch Schneemänner, Kantenhocker oder Räucherhäuschen erworben werden. Eines ist den echten erzgebirgischen Räuchermännchen im Laufe der Jahre erhalten geblieben, ihr unwiderstehlicher Charme. In der traditionellen erzgebirgischen Volkskunst gehören die Räuchermännchen genau wie Schwibbögen, Weihnachtspyramiden und Nussknacker zur Weihnachtszeit. Als der Bergbau die Menschen im Erzgebirge nicht mehr ernähren konnte, begann diese weihnachtliche Tradition. Es begann mit dem Schnitzen von Engeln und Krippenfiguren aus der christlichen Weihnachtsgeschichte. In aufwendiger Handarbeit entstanden in den Wintermonaten so dekorative Holzerzeugnisse, die bis heute als Ursprung für die erzgebirgischen weihnachtlichen Traditionen gelten.


Schon immer spielte Weihrauch in der Weihnachtszeit eine wichtige Rolle. Bereits zum Anfang der Entwicklung der Räuchermännchen entstanden Räucherkerzen, die in den Räuchermännchen abgebrannt wurden. In dem erzgebirgischen Crottendorf wurden die ersten Räucherkerzen hergestellt. Bis heute gelten diese als „Original“ und gehören in den unterschiedlichsten Duftnoten mit den Räuchermännchen zur Weihnachtszeit. Ein unverwechselbar Duft zieht durch die Räume, wenn die kegelförmigen Räucherkerzen angezündet und auf den unteren Teil der Räuchermännchen gestellt werden. Schon nach kurzer Zeit raucht dem Räuchermännchen der Kopf, wobei aus dem Mundloch deutlich sichtbar Rauch austritt. Eineerzgebirgische Tradition, die weltweit bekannt geworden ist.